Wissen-Quiz 2.0: IQ ist wieder beliebt

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Die Quizsendungen im deutschen Fernsehen erfreuen sich in letzter Zeit wieder einer großen Beliebtheit. Allerdings sind sie wahrlich keine Erfindung der Neuzeit, denn es gab sie bereits in den 1950er Jahren. Und etwa genauso lange wird über den Sinn und Unsinn solcher Sendungen debattiert. So brandmarkte bereits die HörZu im Jahr 1959 dieses Genre als bloße langweile und einfallslose Massenunterhaltung. Nichtsdestotrotz erreichten und erreichen solche Ratespiele in den letzten Jahrzehnten eine gewisse Popularität und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

B ereits im Jahr 1999 machte der Anteil der Spiel- und Quizshows im spanische Fernsehen 26 Prozent aus und der italienische Fernsehkanal CAN5 füllte gar bis zu 53 Prozent seines Abendprogramms mit solcher Art der Unterhaltung auf.

Aufstieg und Fall im TV


Da es in Deutschland, im Gegensatz beispielsweise zu den Vereinigten Staaten, bis 1984 nur öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten gab, bestimmten diese für lange Zeit die Quizformate im Fernsehen. Die erste Quizsendung überhaupt gelangte 1947 über den Hörfunk in die deutschen Wohnstuben; die erste Fernsehquizsendung hingegen wurde 1953 gesendet. Diese Quizsendungen wurden bis in den 1960er ein wahrer Dauerbrenner. Die Zuschauerzahlen blieben über einen langen Zeitraum kontinuierlich hoch, die Gewinne waren dagegen noch äußerst bescheiden. Ende der 1960er Jahre flaute der erste Quizboom wieder ab. Anfang der 1970er Jahre reagierten darauf die Fernsehchefs mit neuen Spielformen, deren informative und bildende Inhalte verstärkt in unterhaltende und spielerische Zusammenhänge eingebunden wurden. Die Einführung des Privatfernsehens führte dann zu einem weiteren massiven und radikalem Wandel. Die Gewinne stiegen und die Werbung wurde so ausgeweitet, dass manches Quiz einer Dauerwerbeveranstaltung glich. Ende der 1980er Jahre hatte nahezu jeder Fernsehsender ein Wissensquiz.

Diese Form der durch kommerzialisierte Ratesendungen hielt sich noch bis zur Jahrtausendwende, dann brachen auch hier die Einschaltquoten ein. Das Quiz war zu einer billigen Sendeform degeneriert, die jede Form von Innovation vermissen ließ. Das bloße Duell von Mensch gegen Mensch war nicht mehr en vogue. Die schöne neue Welt des Internets hatte nun Einzug gehalten, das die Füllung von Wissenslücken bei der Allgemeinbildung übernahm. Da bedurfte es keinen neunmal-klugen Moderator mehr, der seine Quizfragen und -antworten vom Kärtchen ablaß. Mit der Ausstrahlung von "Wer wird Millionär" setzte diese reine Quizshow erstmals konsequent auf die neue Geheimwaffe des Wissensquiz und zwar dem Multiple-Choice. Sie entwickelte sich quasi zur neuen DNA des Quiz Duell. Und dieser Boom hält nach wie vor weiter an. Mit der Einführung des Multiple-Choice war nun auch die Mitwirkung vieler möglich.

Wissens-Quiz 2.0 – Internet und Apps


Während bei Günther Jauchs Sendung noch der Publikumsjoker zur Anwendung kam, kann heute, dank moderner Apps, die ganze Welt mitraten, Fragen beantworten und in diversen Allgemeinwissens-Fragen-Antwort Spielen gegeneinander antreten. Mit der Anbindung an das Internet und durch die Apps erhält diese moderne Form der Quizshow eine neue Funktion.

Immer mehr Frage-Antwort Spiele drängen in den digitalen Markt: Von unzähligen Quiz-Apps in den Appstores, über IQ-Denkaufgaben zum Online ausfüllen bis hin zu Webseiten, auf denen Benutzer komplette Fragebögen mit Antworten zu praktisch jedem Thema verfassen und dann veröffentlichen können.

Diese moderne Art des quizens ist nicht mehr nur ein einfacher Freizeitvertreibt von einzelnen, sondern füllt Wissenslücken und trainiert durch die Multiple-Choice das logische Denkvermögen der Spieler.

Über den Autor


Marco Schmitz
Beschäftigt sich mit vielen Themen des Internets. Er schreibt bereits seit einigen Jahren Artikel mit dem Themenschwerpunkt: Aktuelles Zeitgeschehen und Technik. Schreibt seit dem 17.08.2012 für diese WissenOnline.

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