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Deutschland plant Rückgabe der Benin-Bronzen

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Allein in Deutschland lagern mehr als 1000 Benin-Bronzen. Auch in anderen europäischen Staaten und den USA befinden sich mehrere tausend Metalltafeln und Skulpturen, die das Vereinigte Königreich Ende des 19. Jahrhunderts als Beutekunst aus dem Gebiet des heutigen Nigeria geschafft hat. Die Kunstwerke zierten seit dem 16. Jahrhundert den Königspalast des Königreichs Benin.

2 022 erste Rückgaben: Nun soll Nigeria 2022 die ersten Benin-Bronzen aus deutschen Museen zurückerhalten. Darauf haben sich verschiedene Museumsexperten und politisch Verantwortliche unter Leitung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin geeinigt. Bis Mitte Juni dieses Jahres sollen alle in Deutschland befindlichen Benin-Bronzen registriert und ihre exakte Herkunft bestimmt werden. Grütters hatte den Umgang mit dem Raubgut als einen „Prüfstein für den Umgang Deutschlands mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ bezeichnet.

In die Diskussion über den Umgang mit der Beutekunst, die während der Eroberung des Königreichs Benin durch Großbritannien 1897 außer Landes geschafft wurden, kam 2017 Bewegung, als der französische Präsident Emmanuel Macron die Rückgabe der Objekte aus französischen Museen bekanntgab. Die nigerianische Regierung verlangte im letzten Jahr die Rückgabe der Bronzen auch aus deutschem Besitz.

Ausstellung im Berliner Humboldt-Forum


Zahlreiche Objekte sollen in einer Ausstellung im kürzlich eröffneten Humboldt-Forum in Berlin gezeigt werden. Weitere Bronzen sind im Besitz das Hamburger Museums am Rothenbaum - Kulturen und Künste der Welt (MARKK), des Linden-Museums in Stuttgart, des Dresdner Völkerkundemuseum sowie des Museums für Völkerkunde Grassi in Leipzig, des Kölner Rautenstrauch-Joest-Museums sowie des Ethnologischen Museums in Berlin.

Nach ihrer Rückkehr nach Nigeria sollen die Artefakte in dem noch zu bauenden „Edo Museum of West African Art“ in Benin City untergebracht werden. Das Gebäude, das vier Millionen US-Dollar (rund 3,3 Millionen Euro) kosten soll, wird voraussichtlich erst in vier Jahren fertig gestellt sein. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit zwischen deutschen und nigerianischen Museen und Einrichtungen intensiviert werden.

Über den Autor


Marco Schmitz
Beschäftigt sich mit vielen Themen des Internets. Er schreibt bereits seit einigen Jahren Artikel mit dem Themenschwerpunkt: Aktuelles Zeitgeschehen und Technik. Schreibt seit dem 17.08.2012 für diese WissenOnline.

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